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13. März 2017

Een Häerz, dat lauschtert

Fastenzeit 2017: Exerzitien im Alltag - 2. Woche: Der Vater sendet seinen Sohn um uns zu retten

1. Tag: Der Herr hat uns erwählt

Einführung in den Tag:

Sehr oft verbringen wir unsere Zeit damit, der Zeit hinterher zu laufen, um alle möglichen Dinge zu tun, die getan werden müssen. In Wirklichkeit zählt nur eines: auf Gottes Wort zu hören. Dann entdecken wir, dass Gott schon da ist und auf uns wartet. Er hängt mehr an uns als wir an ihm! Wir wollen uns die Zeit nehmen, uns auf ihn einzustellen und in seiner Gegenwart zu leben.

Bibeltext: „Der Herr hat euch ins Herz geschlossen“ (Deuteronomium 7,7-8)

Nicht weil ihr zahlreicher als die anderen Völker wäret, hat euch der Herr ins Herz geschlossen und ausgewählt; ihr seid das kleinste unter allen Völkern. Weil der Herr euch liebt und weil er auf den Schwur achtet, den er euren Vätern geleistet hat, deshalb hat der Herr euch mit starker Hand herausgeführt und euch aus dem Sklavenhaus freigekauft, aus der Hand des Pharaos, des Königs von Ägypten.

Impulse zum Gebet:

  • Der Herr hat sein Volk ins Herz geschlossen nicht wegen seiner Kraft und Macht, sondern weil es das Kleinste aller Völker war. Genauso schließt er mich ins Herz. Ich versuche, mir das bewusst zu machen und Gott dafür zu danken.
  • Gott wählt mich nicht wegen meiner Größe aus, sondern wegen meines Klein-Seins. Ich führe mir vor Augen, wie klein und schwach ich manchmal bin und dass gerade das mich mit Gott verbinden kann.
  • Der Herr hat sein Versprechen gehalten: Er hat sein Volk aus dem Sklavenhaus befreit. Er hält immer sein Versprechen. Er befreit mich von dem, was mich daran hindert, zu leben. Was hindert mich am Leben, wofür ich um seine Hilfe beten kann?

2. Tag: Gott führt sein Volk

Einführung in den Tag:

Gott befreit sein Volk aus der Sklaverei. Doch der Weg in die Freiheit kann ein langer sein. Er führt durch die Wüste und begegnet der Unsicherheit. Die Versuchung ist dann groß, zurückzukehren und die Sklaverei der Freiheit vorzuziehen, denn sie verlangt, manchmal riskante Entscheidungen zu treffen. Die Versuchung, mein Leben einfach laufen zu lassen anstatt im Alltag Entscheidungen zu treffen, ist immer zugegen. Ich vergesse zu schnell, dass Gott mich auf „grüne Auen“ zur Erholung führt. Es steht für mich an, mich führen zu lassen.

Bibeltext: Der Auszug aus Ägypten (Exodus 13,17-22)

Als der Pharao das Volk ziehen ließ, führte sie Gott nicht den Weg ins Philisterland, obwohl er der kürzere war. Denn Gott sagte: Die Leute könnten es sonst, wenn sie Krieg erleben, bereuen und nach Ägypten zurückkehren wollen. So ließ sie Gott einen Umweg machen, der durch die Wüste zum Schilfmeer führte. Geordnet zogen die Israeliten aus Ägypten hinauf. Mose nahm die Gebeine Josefs mit; denn dieser hatte die Söhne Israels beschworen: Wenn Gott sich euer annimmt, dann nehmt meine Gebeine von hier mit hinauf! Sie brachen von Sukkot auf und schlugen ihr Lager in Etam am Rand der Wüste auf. Der Herr zog vor ihnen her, bei Tag in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten. So konnten sie Tag und Nacht unterwegs sein. Die Wolkensäule wich bei Tag nicht von der Spitze des Volkes und die Feuersäule nicht bei Nacht.

Impulse zum Gebet:

  • Vers 17-18: Der Auszug aus der Sklaverei regelt nicht alle Probleme. Andere Hindernisse warten auf das Volk, das unter Gottes Führung nicht am Weg durch die Wüste vorbeikommt. Was bedeutet es konkret für mich, durch die Wüste zu gehen und mich des Unnützen zu entledigen?
  • Vers 19-20: Mose nimmt die Gebeine Josefs mit, die es ihm erlauben, die Verbindung zwischen Himmel und Erde zu behalten. Was kann das für mich bedeuten?
  • Vers 21-22: Bei Tag und bei Nacht zieht der Herr vor seinem Volk her. Welche Zeichen in meinem Leben zeigen mir, dass Gott vor mir herzieht?

3. Tag: „Steh auf und flieh nach Ägypten!“

Einführung in den Tag:

Überall in unserer Welt ist Gewalt am Werk, auch in uns! Von den ersten Tagen nach seiner Geburt an ist das Leben des Jesuskindes gefährdet. Die Gefahr, die Arbeitsstelle zu verlieren, in die finanzielle Unsicherheit abzugleiten oder von einer unheilbaren Krankheit befallen zu werden kann uns jederzeit treffen. Trotz aller Wechselfälle der Geschichte ist ein Weg zum Leben immer möglich. Diesen Weg hat Gott uns eröffnet indem er Mensch wurde. Mit ihm brauche ich kein Unheil zu fürchten. Ich weiß, dass, wenn ich durch die finstere Schlucht des Todes wandern muss, er bei mir ist so wie er mit Josef war bei der Flucht nach Ägypten.

Bibeltext: Die Flucht nach Ägypten (Matthäus 2,13-18)

13Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten. 14Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. 15Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.
16Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte. 17Damals erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist: 18Ein Geschrei war in Rama zu hören, lautes Weinen und Klagen: Rahel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn sie waren dahin.

Impulse zum Gebet:

  • Vers 13-14: Ich betrachte Josef, Maria und das Jesuskind, wie sie den Weg ins Exils einschlagen in der größten Armut und Unsicherheit. Ich mache mich innerlich arm wie der arme Christus und folge ihm auf den Weg des Exils.
  • Vers 15: die heilige Familie bleibt im Exil in einem fremden Land bis die Gefahr vorüber ist. Ich versuche mir vorzustellen, wie dieses Leben im Exil ausgesehen haben mag und davon Nutzen für mich zu ziehen.
  • Vera 16-18: Herodes betrachten, wie er sehr zornig wird und das Massaker der unschuldigen Kinder befiehlt. Wie entsteht Gewalt in mir? Was kann den Frieden retten, den Gott mir schenkt? 

4. Tag: „Das ist mein geliebter Sohn!“

Einführung in den Tag:

Mit seiner Taufe beginnt Jesus sein öffentliches Wirken. Nach dem Gang in die Wüste wird er bis zu seiner Verhaftung nicht müde werden, von Dorf zu Dorf zu wandern um die gute Nachricht zu verkünden, die sich durch die Jahrhunderte bis zu uns verbreitet. Das Reich Gottes ist nahe, es ist mitten unter uns. Wir brauchen Gott nicht in außergewöhnlichen Heldentaten zu suchen, er ist da im Herzen unseres Alltags. Er ist so sehr in unserem „menschlichen Teig“ verborgen, dass wir ihn nicht mehr wahrnehmen. Wenn wir uns die Zeit nehmen, auf Jesus zu schauen und zu hören, was er uns sagt, treten wir in die Gegenwart des Vaters und werden aufmerksam auf die Art und Weise, wie der Hl. Geist uns führt.

Bibeltext: Die Taufe Jesus im Jordan (Matthäus 3,13-17)

13 Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. 14 Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir? 15 Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit (die Gott fordert) ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. 16 Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. 17 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.

Impulse zum Gebet:

  • Vers 13: Ich stelle mir Jesus am Ufer des Jordans vor, wie er sich unter die Menge der Jünger Johannes des Täufers mischt, die gekommen sind um sich taufen zu lassen. Ich betrachte das Wasser der Taufe, das verschlingt und reinigt, das vom Tod zum Leben führt. Was bestärkt das Leben in mir?
  • Vers 14-15: Ich höre innerlich die Worte, die zwischen Jesus und Johannes ausgetauscht werden: „Du kommst zu mir!“, „Lass es nur zu!“ Welches Echo finden sie in mir?
  • Vers 16-17: Die Heilige Dreifaltigkeit betrachten: Jesus steigt aus dem Wasser, der Hl. Geist kommt wie eine Taube auf ihn herab und die Stimme des Vaters ist zu hören. Was bedeuten die drei göttlichen Personen für mich?

5. Tag: „Folgt mir nach!“

Einführung in den Tag:

Von Beginn seines apostolischen Wirkens an hat sich Jesus mit Gefährten umgeben wollen, die er Apostel nennt. Er sucht sie nicht in elitären Kreisen. Die ersten, denen er begegnet, sind Fischer. Indem er ihnen vorschlägt, „Menschenfischer“ aus ihnen zu machen, lädt er sie zu einer wahren Umstellung ein. Er begegnet ihnen in ihrem Alltag, nicht in außergewöhnlichen Umständen. Sie stellen sich ihm ihrerseits zur Verfügung, um seinem Ruf zu folgen: sie lassen ihren Beruf und ihre Familie hinter sich. Das gilt auch für uns: wenn wir in die Nachfolge Jesu eintreten möchten, müssen wir bereit sein, uns loszumachen von allem, was uns daran hindert, aufzubrechen.

Bibeltext: Die Berufung der ersten Jünger (Matthäus 4,18-22)

18 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. 19 Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. 20 Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. 21 Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie, 22 und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus.

Impulse zum Gebet:

  • Vers 18: Ich betrachte, wie die beiden Brüder Simon und Andreas die Netze ins Wasser werfen, eine 1000 Mal wiederholte Geste, die sie als Fischer perfekt kennen. Ich betrachte, wie Jesus im Herzen ihres Alltags auftaucht. Ich erinnere mich an die Gesten, die meinen Alltag ausmachen und versuche, durch sie die Zeichen der Gegenwart Gottes zu finden.
  • Vers 19: Ich höre, was Jesus sagt: „Kommt her, folgt mir nach!“ Ich lasse diese Worte in mir nachhallen. Was setzt mich in Bewegung um Jesus nachzufolgen?
  • Vers 20-21: Betrachten, was die Personen tun. Was soll ich meinerseits hinter mir lassen, um Christus nachzufolgen?

6. Tag: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, sondern Freunde“

Einführung in den Tag:

Die zehn Gebote sind nicht abgeschafft. Das mosaische Gesetz behält seine ganze Stringenz, aber Jesus geht weiter indem er uns befiehlt, uns so zu lieben wie er uns geliebt hat. Es gibt kein größerer Beweis der Liebe als dass man sein Leben hingibt für die Menschen, die man liebt. Gott hat es in Jesus für uns getan. Seither sind wir nicht mehr in einer hierarchischen Beziehung, sondern wir sind Freunde, denen Gott alles gegeben hat. An uns jetzt, uns im Dienst des Nächsten hinzugeben.

Bibeltext: Das neue Gebot (Johannes 15,12-17)

12 Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. 13 Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. 14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. 15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. 16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. 17 Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

Impulse zum Gebet:

  • Vers 12-13: Ich höre die Worte Jesu: „Liebt einander“ und „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt“. Wie hallen diese Worte in mir nach?
  • Vers 14-15: Was bedeutet für mich: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, sondern Freunde“?
  • Vers 16-17: Gott hat mich auserwählt, um die frohe Botschaft zu bezeugen und damit mein Leben Frucht trägt. Wie steht es in dieser Hinsicht für mich heute?

7. Tag: Rückblick auf die 2. Woche

Einführung in den Tag:

Nach dieser 2. Woche der Exerzitien im Alltag blicke ich zurück auf die verschiedenen Etappen dieser Tage. Ich kann meine Notizen nachlesen. Vielleicht gibt es einen Text, einen Vers, ein Wort oder ein Impuls zum Gebet, der mich besonders berührt hat. Ich kann im Gebet darauf zurückkommen und dies vertiefen. Sonst bete ich mit folgendem Psalm:

Bibeltext: Psalm 117

1 Lobet den Herrn, alle Völker,
preist ihn, alle Nationen!
2 Denn mächtig waltet über uns seine Huld,
die Treue des Herrn währt in Ewigkeit. Halleluja!

Impuls zum Gebet:

„Lobet den Herrn, alle Völker, preist ihn, alle Nationen!“
Ich sage Gott, wer er für mich ist, was ich diese Woche entdeckt habe und drücke ihm meine Dankbarkeit aus.

„Über uns seine Huld“
Welche Zeichen der Liebe Gottes (Huld) habe ich in meinem Leben und diese Woche erkannt? Ich danke Gott dafür.

„Mächtig waltet seine Huld“
Welchen Hindernissen bin ich begegnet? Sind sie überbrückt oder noch nicht? Ich danke Gott und bitte um die Kraft, die Hindernisse zu bewältigen.

„Die Treue des Herrn währt in Ewigkeit“
Ich drücke dem Herrn mein Vertrauen in seine Treue aus. Ich bitte ihn, mich in der Treue zu halten und mein Vertrauen für die kommenden Wochen zu stärken.

Texte der 1. Woche

 
A r c h e v ê c h é   d e   L u x e m b o u r g    .    Ä e r z b i s t u m    L ë t z e b u e r g
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