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„Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören“

Kommentar zum 2. Fastensonntag des liturgischen Jahres A - Achille Bundangandu, Kaplan im Dekanat Süd-Osten (1.03.2026)

Liebe Schwestern und Brüder,

wir stehen in einer einschneidenden liturgischen Zeit, in der Fastenzeit als Vorbereitung zum Osterfest. Diese vierzig Tage sind für uns eine Zeit der Gnade, die uns jährlich erneut für unsere Umkehr geschenkt wird, um uns von unserer trägen, sündhaften und schuldbeladenen Situation abzuwenden und zu Gott zurückkehren. Umkehr heißt hier Veränderung unseres Lebens. Veränderung in der Art und Weise wie wir denken, fühlen und handeln. Zweifellos ist eine solche Umkehr für niemanden so einfach. Sie verlangt viel Mut und viel Kraft von jedem einzelnen. Die wahre Umkehr aber ist eine Gnade Gottes, der das Unmögliche möglich machen kann. Deshalb vertrauen wir auf den Herrn, auf seine Barmherzigkeit und auf seine Liebe.

Die Perikope im Matthäusevangelium (Mt 17, 1-9) erzählt von einer Verwandlungsszene. Die Begebenheiten verdichten sich. Jesus führt drei seiner Jünger, Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes auf einen hohen Berg. Die drei Jünger gehören zum engen Kreis Jesu. Sie werden Augenzeugen der Verwandlung Jesu. Es ist eine ganzheitliche und integrale Transformation. „Das Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.“ Das Gesicht gehört wesentlich (inhärent) und unverwechselbar zum Menschen; die Kleider sind künstlerische Erzeugnisse, die der Mensch herstellt und trägt, um dabei einerseits seinen Körper zu schützen und andererseits seine Persönlichkeit auszudrücken (sprichwörtlich machen Kleider Leute). Sonne und Licht sind beobachtbare natürliche Phänomene, die Leben spenden. Sie verdeutlichen hier die wesentliche ganzheitliche Verwandlung, die im Leben Jesu geschehen ist, er wird ganz und gar verklärt. Er ist die eigentliche Sonne und Lichtquelle der Gerechtigkeit, der Wahrheit und des Lebens. Das wird durch die Präsenz von Mose und Elija im Gespräch mit Jesus verdeutlicht. Mose symbolisiert die Gerechtigkeit Gottes, er hat das Volk Gottes in das gelobte Land geführt. In Elija kulminiert der Höhepunkt der Prophetie, denn er hat sich mutig für die spirituelle Erneuerung des Gottesvolkes in der Wahrheit eingesetzt. Jesus redet mit ihnen. Sein Weg ist vorgezeichnet, der Weg eines Menschensohns, der durch Leiden, Kreuzestod und Auferstehung das neue pilgernde Gottesvolk erlöst. Daher ist die Stimme aus der leuchtenden Wolke existenziell von Bedeutung im Leben der Jünger Jesu: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören“ (vgl. Mt 17, 5). Gott will, dass wir auf den geliebten Gottessohn und Menschensohn hören. Jeder, der sich zur Jüngerschaft Jesu berufen füllt, soll auf Jesus hören. Die Verwandlung unserer Herzen kann durch das Hören auf das lebendige Wort Gottes und das daraus folgende Handeln geschehen.

Die Fastenzeit helfe uns, die Stimme Gottes aufs Neue zu hören, um uns durch die Kraft Seines Wortes verwandeln zu lassen. Dann können wir uns trotz der vielen alltäglichen Erfahrungen und Ablenkungen auf das Wesentliche besinnen. Gott gebe uns die Gnade dazu! Amen.

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