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Franziskusfest bei den Luxemburger Franziskanerinnen

Der 800. Todestag wurde bei den Franziskanerinnen als Festtag mit einer Botschaft für heute gefeiert.

„Baue meine Kirche wieder auf“ – dieser Ruf, den Franziskus von Assisi vor mehr als 800 Jahren als seinen Auftrag verstand, war auch beim diesjährigen Franziskusfest im Mutterhaus der Luxemburger Franziskanerinnen gegenwärtig. Im Mittelpunkt stand der 800. Todestag des Heiligen Franziskus. Doch es ging nicht allein um die Erinnerung an eine Gestalt der Vergangenheit. Musik, Kunst, Begegnung und ein festlicher Gottesdienst machten deutlich: Die franziskanische Botschaft hat auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren.

Eine musikalische Zeitreise zu Franz von Assisi

Den Auftakt bildete eine musikalische Zeitreise an der Seite des Heiligen Franziskus. Das Ensemble „Les Voix Divines & Les Voix Humaines“ mit Véronique Nosbaum (Sopran), Thomas Kügler (Blockflöte) und Christian von Blohn (Orgel) entführte die Zuhörerinnen und Zuhörer mit Werken unter anderem von Roland de Lassus, Giovanni Paolo Cima, Antonio Cesti, Angelo Berardi und Franz Liszt in die Welt des Heiligen.

Besonders eindrucksvoll war Liszts „Predigt des heiligen Franziskus von Assisi an die Vögel“. Das Konzert führte vom Leuchten des Mondes über die dunkle und kalte Nacht bis zum Erwachen der Natur und dem Vogelgesang. So entstand ein musikalisches Bild eines Franziskus, der die Schöpfung mit offenen Augen und offenem Herzen betrachtete. Die musikalische Reise machte zugleich erfahrbar, wie unterschiedlich die Menschen Franziskus im Laufe der Jahrhunderte verstanden und künstlerisch immer wieder neu entdeckt haben. Gerade darin wurde seine bleibende Aktualität spürbar.

Nach dem Konzert bot eine Kaffeepause Gelegenheit zu Begegnung und Austausch. Im Salle Fëschmaart konnten die Besucherinnen und Besucher an verschiedenen Informationsständen das franziskanische Leben aus unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen. Bücher und Ausstellungen, Poesie, Gemälde und Filme eröffneten weitere Zugänge zu Franziskus. Besonders wichtig war dabei der persönliche Austausch mit den Franziskanerinnen.

Ein Gottesdienst, der Vergangenheit und Gegenwart verbindet

Um 17 Uhr versammelte sich die Festgemeinde zum feierlichen Gottesdienst in der Kapelle des Mutterhauses. Ein großer Ad-hoc-Chor, zusammengestellt aus Sängerinnen und Sängern der sieben Seniorenhäuser der HPPA in Luxemburg, hatte unter der Leitung der Musikpädagogin Isabelle Begena Platz genommen. Der Chor stand dabei sinnbildlich für die vielen Menschen, denen das Wirken der Franziskanerinnen heute gilt. Der Auftrag des heiligen Franziskus, „Baue meine Kirche wieder auf“, findet seine Fortsetzung auch im alltäglichen Dienst der Schwestern und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit den Luxemburger Franziskanerinnen feierten zahlreiche befreundete Schwesterngemeinschaften und Männerorden. Hauptzelebrant war Weihbischof Leo Wagener, gemeinsam mit Generalvikar Patrick Muller.

In seiner Begrüßung lenkte Weihbischof Wagener den Blick bewusst weg von einem bloßen Gedenken an einen Todestag. Die versammelte Gemeinde, so seine Botschaft, sei keine Trauer- oder Erinnerungsgemeinde, sondern eine Festgemeinde, die einen Heiligen feiert, dessen Botschaft bis heute Menschen bewegt. Franziskus habe bereits vor mehr als 800 Jahren Themen verkörpert, die auch unsere Gegenwart beschäftigen: die besondere Aufmerksamkeit für die Armen und Ausgegrenzten, die Achtung vor der Schöpfung, der Schutz des Lebens, die Suche nach Frieden und die Bereitschaft zum Dialog zwischen den Religionen.

„Was wir dich schon immer fragen wollten“

Ein besonderer Höhepunkt des Gottesdienstes war die Dialogpredigt. Schwester Marie-Hélène Zimmer schlüpfte dabei in die Rolle des heiligen Franziskus. Mitschwestern aus dem Generalrat stellten ihm Fragen –  die sie dem Heiligen „schon immer einmal stellen wollten“.

Im Mittelpunkt stand immer wieder die Barmherzigkeit, die zu den prägenden Haltungen des heiligen Franziskus gehörte. Was bedeutet es, barmherzig zu leben? Was heißt Bekehrung und Umkehr heute? Wie kann der Weg des Franziskus in unsere Zeit übersetzt werden? Und was kann seine Haltung einer Kirche sagen, die selbst vor großen Veränderungen steht? Auch die Frage nach „Schwester Tod“ durfte nicht fehlen. Franziskus konnte den Tod Schwester nennen, weil er darauf vertraute, dass der Tod nicht das Ende, sondern der Übergang in die endgültige Nähe Gottes ist. Ein besonderes Zeichen setzte das Schlusslied „Großer Gott, wir loben dich“. Es wurde in deutscher, französischer und chinesischer Sprache gesungen. Damit wurde auch an die Geschichte der Luxemburger Franziskanerinnen erinnert, die einst auch Niederlassungen in China hatten.

Zum Abschluss des Festtages waren alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Freunde und Helferinnen und Helfer zu einer Agape eingeladen. Bei Begegnung, Essen und Gespräch konnte der Tag noch einmal nachklingen. Das Franziskusfest hat auf vielfältige Weise gezeigt: 800 Jahre nach seinem Tod ist Franz von Assisi nicht einfach eine Gestalt der Vergangenheit. Sein Leben, sein Glaube und seine Liebe zu den Menschen und zur Schöpfung stellen auch uns heute Fragen. Und vielleicht liegt gerade darin das schönste Zeichen dieses Festes: Franziskus wurde nicht nur erinnert – seine Botschaft wurde gemeinsam weitergedacht, gefeiert und neu ins Leben übersetzt.

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