Zur Echternacher Springprozession schien nicht nur Sonne wie in Afrika
Die diesjährige Springprozession in Echternach stand ganz im Zeichen der internationalen kirchlichen Begegnung.
Insgesamt 17 afrikanische und europäische Bischöfe sowie Kardinäle nahmen an der traditionsreichen Echternacher Sprinprozession teil. Sie waren im Rahmen eines gemeinsamen Seminars der europäischen Bischofskonferenz CCEE und des afrikanischen Bischofsrates SECAM nach Luxemburg gekommen und hatten einen Abstecher nach Echternach gemacht. Das Seminar widmete sich dem Thema „Synodalität und Evangelisierung in Europa und Afrika“ und verlieh der diesjährigen Springprozession eine besondere geistliche und internationale Dimension.
Bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag machten sich zahlreiche jugendliche Pilger auf den Weg nach Echternach. Die deutsche und die luxemburgische Jugendseelsorge hatten dazu zwei nächtliche Pilgerwege organisiert: einen internationalen Pilgerweg ab Consdorf in deutscher, französischer und englischer Sprache sowie die traditionelle „Route Echternach“ von Pax Christi durch den Irreler Wald in Deutschland nach Echternach.
Schon in den frühen Morgenstunden herrschte in der Abteistadt reges Pilgertreiben. Nach den ersten Gottesdiensten und der Gemeinschaftsmesse für die Jugendlichen in der Krypta wurde traditionell zuerst die Pilgergruppe aus Waxweiler in Echternacherbrück vom Luxemburger Erzbischof Jean Claude Kardinal Hollerich und dem Trierer Bischof Stefan Ackermann empfangen und feierlich zur Basilika geleitet. In Waxweiler soll die Wallfahrt einst ihren Ursprung genommen haben.
Höhepunkt des Vormittags war die Pontifikalkonzelebration in der Basilika, unter Leitung von Kardinal Ladislav Német, SVD Erzbischof von Belgrad, an der die zahlreichen Bischöfe und Kardinäle gemeinsam teilnahmen. Anstatt einer Predigt formulierte der Lektor Robert Altmann Fürbitten für die Anliegen der Springprozession. Im Mittelpunkt stand die am Tag zuvor in Rom veröffentlichte Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica humanitas“. Gebetet wurde besonders für die jungen Menschen, damit sie die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz verantwortungsvoll nutzen und mit Kreativität und Engagement zu einer menschlicheren Welt beitragen. Die Pilger gedachten in den Fürbitten auch der vielen Konflikte und Kriege unserer Zeit. Im Sinne der wiederholten Friedensappelle von Papst Leo XIV. wurde um Versöhnung zwischen den Völkern und um ein Ende von Gewalt und Machtmissbrauch gebetet. Ebenso wurde an die Würde jedes menschlichen Lebens erinnert und für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe gebetet. Besondere Aufmerksamkeit galt auch der internationalen Dimension der diesjährigen Springprozession. Die Anwesenheit von Bischöfen und Kardinälen aus Afrika und Europa wurde als sichtbares Zeichen der universalen Kirche verstanden. Verbunden damit war die Hoffnung, dass das Seminar von SECAM und CCEE zum Thema „Evangelisierung und Synodalität“ neue Brücken zwischen den Kontinenten baut und den gemeinsamen Weg einer missionarischen Kirche stärkt. Im Gebet eingeschlossen waren zudem die Kranken, ihre Familien und alle Menschen, die Leid und Sorgen tragen.
„Glaube in Bewegung: Pilger der Springprozession von Echternach“
Bei herrlichem Sonnenschein, Temperaturen wie in Afrika, und bester Stimmung versammelten sich anschließend die 35 Springergruppen im Ehrenhof der ehemaligen Abtei. Nach einer Begrüssungs-Ansprache von Erzbischof Jean-Claude Kardinal Hollerich, Erzbischof von Luxemburg, in Deutsch, Französisch, Holländisch und Luxemburgisch setzte sich um 9.30 Uhr die Springprozession in Bewegung. Jede der Springergruppen wurde von einer Musikgesellschaft begleitet, die der Prozession ihren festlichen und einzigartigen Charakter verlieh. In diesem Jahr waren besonders viele Kinder an der Prozession beteiligt. Am Ende reihten sich auch die Kardinäle und Bischöfe aus den beiden Kontinenten selbst unter die Gruppen der Beter und Springer ein. In Afrika gehören etwa ein Dutzend Tanztraditionen zum immateriellen UNESCO Weltkulturerbe, weil Tänze in vielen Völkern und Kulturen Afrikas einen Teil der Identität ausmachen.
Tausende Pilger und Besucher säumten die Straßen von Echternach und erlebten eine eindrucksvolle Glaubensdemonstration, die Spiritualität, Tradition und internationale Gemeinschaft miteinander verband. Gegen 13 Uhr erreichten die letzten Springergruppen die Basilika, wo die Schlussandacht mit allen Würdenträgern und anschließend eine heilige Messe den feierlichen Abschluss des Pilgertages in Echternach bildeten.
Hier finden Sie eine Liste aller anwesenden kirchlichen Würdenträger.