Waxweiler. Alljährlich beginnt am Pfingstsonntag in der Prümer Basilika die große „Fußwallfahrt Prüm-Waxweiler zur Echternacher Springprozession“. Zahlreiche Pilgerinnen und Pilger machen sich betend und singend auf den rund 70 Kilometer langen Weg. Geleitet werden sie von den Vorbetern, den sogenannten Brudermeistern. In den Kirchen entlang der Strecke legen sie Stationen des Gebets und der Besinnung ein. Ziel der ersten Etappe ist das im Prümtal gelegene Waxweiler, das der Legende nach als Ursprung der weltbekannten Echternacher Springprozession gilt.
Am Abend des Pfingstsonntags empfingen Pfarrer Georg Josef Müller und eine große Schar von Ministrantinnen und Ministranten die Prümer Teilnehmer der seit 165 Jahren gemeinsamen Wallfahrt in Waxweiler. Mit dem traditionellen Sprung geleiteten Klerus, Springergruppen und der Musikverein „Lyra“ die Pilger feierlich in die Pfarrkirche der neuen Pfarrei Westeifel St. Willibrord. Für die Absicherung des Zuges sorgte die Freiwillige Feuerwehr Waxweiler.
Der Luxemburger Erzbischof, Jean-Claude Kardinal Hollerich, nimmt seit vielen Jahren regelmäßig an dem Empfang teil. Bereits um die Jahrtausendwende kam er häufig als Aushilfspriester zur Urlaubsseelsorge nach Waxweiler und in die umliegenden Orte. Daraus entwickelte sich eine enge Verbundenheit mit der Region und den gläubigen Menschen der Westeifel.
Gebet um Frieden und Zusammenhalt
Kardinal Hollerich erklärte zu Beginn seiner persönlichen Ansprache, die er in seinem Viandener Heimatdialekt hielt, wie froh er sei, jedes Jahr am Pilgerempfang in Waxweiler teilnehmen zu können. Die Prozession habe sich im Laufe der Zeit zwar verändert. Eines aber bleibe bestehen: die Pilger aus Prüm und Waxweiler. Sie seien der Ursprung dieser Prozession. Ohne sie würde etwas Wesentliches fehlen. Der Kardinal dankte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, besonders den Kommunionkindern und den Messdienern mit ihrer Betreuerin Marlies Pütz.
In den vergangenen Jahren habe jeder in seinen persönlichen Anliegen und für die eigene Familie gebetet. Heute komme im Sinne von Papst Leo XIV. noch eine gemeinsame Bitte hinzu: das Gebet um Frieden, der ein Geschenk sei. Man dürfe dankbar sein für die lange Zeit des Friedens und dafür, dass Europa zusammenstehe. Frieden sei das höchste Gut, das man den Kindern schenken könne. Es sei jener Frieden, in dem die Menschen selbst aufgewachsen seien und der auch für kommende Generationen bewahrt werden müsse.
Hollerich berichtete zudem von seinem kürzlichen Besuch im Haus Adenauer. Dort habe er gespürt, welch große Persönlichkeiten einst die Friedensordnung aufgebaut hätten, die bis heute gelte. Es seien Menschen gewesen, die weiter gedacht und sich für das Wohl der Bürger aller europäischen Länder eingesetzt hätten. Abschließend richtete der Kardinal ein Gebet an den heiligen Willibrord: Er möge auf die Menschen und ihre Kinder schauen und helfen, für den Frieden zu beten und dafür, dass dieser Frieden erhalten bleibt.
Waxweiler führt die Springprozession an
Am Pfingstmontag zelebrierte Pfarrer Müller ein frühes Pilgeramt in der Pfarrkirche. Anschließend bereiteten die Pilgerdamen, in Waxweiler liebevoll „Bottichenschmeerverein“ genannt, ein großes Frühstück im Dechant-Faber-Haus, bevor die Prozession in der zweiten Etappe weiter bis nach Bollendorf pilgerte. Am Ende der dritten Etappe am Pfingstdienstag geleiteten der Vorstand des Willibrordus-Bauvereins und ein großer Klerus sowie der Musikverein „Lyra“ aus Waxweiler die Fußwallfahrer über die Sauerbrücke in die Echternacher Basilika, wo ein großer Gottesdienst zum Beginn der Springprozession stattfand – mit den Springergruppen aus Waxweiler an erster Stelle.
Pilgerehrungen am Prozessionskreuz im Wahlbachtal
Heilbach. Auf der zweiten Etappe der „Fußwallfahrt Prüm-Waxweiler zur Echternacher Springprozession“ am Pfingstmontag nahm Prozessionsleiter Alois Engel (links) einige Ehrungen vor. Am alten Prozessionskreuz von 1893 auf der Gemarkung Heilbach zwischen Krautscheid und Neuerburg bekamen Josef Thielen sowie die Brudermeister Johann Alff und Günter Ziwes die Willibrordusmedaille für ihre 50-jährige Teilnahme verliehen. Christian Gierens wurde für seine 25-jährige Teilnahme und Sicherung der Prozession geehrt. Zudem erhielten alle teilnehmenden Kinder und Jugendlichen eine Auszeichnung.
Pilgerempfang in Echternacherbrück an der Sauer
Echternacherbrück. Am frühen Pfingstdienstag empfing der Vorstand des Willibrordus-Bauvereins die Pilger der „Fußwallfahrt Prüm-Waxweiler zur Echternacher Springprozession“ im Etappenziel Echternacherbrück. Weihbischof em. Franz Josef Gebert und Bischof Dr. Stephan Ackermann aus Trier begleiteten die Gruppe auf dem letzten Wegstück. Zur Begrüßung waren Pfarrer Georg Josef Müller aus Waxweiler und Pfarrer Monsignore Michael Becker aus Irrel gekommen sowie Erzbischof Jean-Claude Kardinal Hollerich aus Luxemburg und Fridolin Kardinal Ambongo Besungu aus Kinshasa. In Prozession mit dem Musikverein „Lyra“ Waxweiler wurden die zahlreichen Fußwallfahrer über die Sauerbrücke in die Echternacher Basilika zum Gottesdienst geleitet.
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