Osternachtfeier in der Kathedrale von Luxemburg
Elf Taufbewerber empfingen in der Osternacht die heilige Taufe, 26 Gläubige empfingen das Sakrament der Firmung. Karwoche 9/9.
Elf Taufbewerber empfingen in der Osternacht die heilige Taufe, 26 Gläubige empfingen das Sakrament der Firmung und verwandelten damit die Osternachtfeier zu einem feierlichen Fest des Aufbruchs und der Umkehr.
In der Heiligen Nacht der österlichen Auferstehung versammelten sich in der Kathedrale von Luxemburg viele Gläubige in erwartungsvoller Freude, um das größte Geheimnis unseres Glaubens zu feiern. In der Dämmerung begann die Liturgie mit der Segnung des Osterfeuers – ein kraftvolles Zeichen für Christus, das Licht, das alle Finsternis der Welt durchbricht. An diesem Feuer wurde die Osterkerze entzündet und feierlich in die dunkle Kirche getragen. Mit jedem Ruf „Lumen Christi“ und dem antwortenden „Deo gratias“ wuchs die österliche Freude und erfüllte den dunklen Raum mit Licht und mit einer spürbaren, hoffnungsvollen Spannung.
Im Licht der Osterkerze wurde die Heilsgeschichte Gottes in vielen Lesungen in verschiedenen Sprachen den Menschen verkündet – von der Schöpfungsgeschichte über den Auszug und der Befreiung aus der Sklavenschaft in Ägypten bis zur Auferstehung. Im feierlich vom Diakon gesungenem Exultet der Osternacht wurde sogar an die „selige Schuld“ (felix culpa) erinnert. In diesem Osterlob der Osternacht, wird die Sünde des Menschen, wie sie mit Adam und Eva verbunden wird, als „selig“ bezeichnet, weil Gott darauf mit noch größerer Liebe geantwortet hat: Er sandte Jesus Christus, der durch seinen Tod und seine Auferstehung die Menschheit erlöst hat. Durch Gottes Handeln kann selbst aus Schuld Heil entstehen. Aus der Dunkelheit wird Licht, aus dem Tod Leben. Die „selige Schuld“ ist daher ein Ausdruck österlicher Hoffnung – dass Gott alles zum Guten wenden kann. In dieser Osternacht, in der Gott alles neu macht, wurden auch das Wasser gesegnet und die Taufgnade neu erschlossen.
Christus ist wahrhaft auferstanden, er schenkt uns damit das wahre Leben
Ein besonders bewegender Moment war die Feier der Taufe: Elf jugendliche und erwachsene Katechumenen empfingen durch Jean Claude Kardinal Hollerich das Sakrament der Wiedergeburt aus Wasser und Heiligem Geist. Sie bekannten ihren Glauben und wurden in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. 26 Gläubige empfingen das Sakrament der Firmung und wurden gestärkt durch die Gabe des Heiligen Geistes.
In seiner Predigt erschloss Weihbischof Leo Wagener die Auferstehungserzählung nach dem Matthäusevangelium. Besonders lenkte er den Blick auf das Erdbeben, von dem das Evangelium berichtet und das die Auferstehung begleitet hat. Dieses Beben, so betonte er, sei kein Zeichen der Zerstörung, sondern ein Zeichen göttlicher Macht und Verwandlung gewesen. Es erschüttert die Welt, ohne sie zu vernichten – denn „mit der Auferstehung Christi wird nicht das Alte zerstört, sondern alles neu geschaffen“. Nichts bleibt, wie es war: Der Tod hat seinen Stachel verloren, die Finsternis ist überwunden, und das Leben hat gesiegt.
Mit eindringlichen Worten machte der Weihbischof deutlich: In Tod und Auferstehung Jesu Christi ist der Menschheit Heil geschenkt. Christus lebt – nicht nur als Erinnerung, sondern wahrhaft und gegenwärtig in den Sakramenten seiner Kirche. Er lebt im gebrochenen Brot der Eucharistie, in der Vergebung der Sünden, im Wasser der Taufe. Und er lebt ebenso in Gemeinschaften mitten unter uns, besonders in den Armen, den Ausgegrenzten und den Beladenen, in denen er uns selbst begegnet.
Das Evangelium berichtet auch von dem Engel am leeren Grab, der in einem leuchtend weißen Gewand den Frauen die Auferstehung verkündet. Dieses Gewand spiegelte sich in dem weißen Schal der Neugetauften wider – Zeichen dafür, dass sie Christus angezogen haben und als neue Menschen aus der Taufe hervorgegangen sind. Es ist das Gewand der Hoffnung, der Reinheit und des neuen Lebens.
So wurde diese Osternacht zu einem tiefen Zeugnis der österlichen Freude: einer Freude, die aus der Gewissheit erwächst, dass Gott stärker ist als der Tod. Ostern ist die entscheidende Wende der Geschichte – der Sieg des Lebens über den Tod, des Lichtes über die Finsternis, der Liebe über alles Leid. Diese Nacht ließ spürbar werden: Christus ist wahrhaft auferstanden – er ist mitten unter uns und schenkt uns neues Leben. Halleluja!