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40-jähriges Priesterjubiläum von Pater Jean-Jacques Flammang

Der 27. Juni 2026 war ein Tag der Freude und des Dankes.

Im Kloster der Herz-Jesu Priester in Clairefontaine feierte Pater Jean-Jacques Flammang SCJ am 27. Juni mit seinen Mitbrüdern, Familienangehörigen, Freunden und Bekannten sein 40-jähriges Priesterjubiläum. Dieser Tag bei sommerlicherer Hitze war ein Tag der Freude und des Dankes. Sein früherer Pfarrer Jos Roemen aus Rodange und Lamadeleine und jetzt Seelsorger in Clerf hob in seiner Predigt den priesterlichen Wahlspruch des Jubilars hervor: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“ (Joh 6,68). Auch heute stellt man bei vielen Menschen eine Leere und Orientierungslosigkeit fest. In den Worten Jesu und in seinem Leben liegen keine Scheinwirklichkeiten, sondern die Wirklichkeit par excellence, die dem Menschen Sinn, Orientierung und Halt geben. Diesen Wahlspruch „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“ aus dem Johannesevangelium sind für Pater Jean- Jacques Flammang seit seiner Priesterweihe, die von Erzbischof Jean Hengen in Lamadeleine am 22. Juni 1986 gespendet wurde, Wegweiser seiner 40-jährigen Zeit als Priester.

Wer den Weg von Pater Flammang verfolgt, begegnet einem Menschen, Ordensmann und Priester von beeindruckender Weite und Bildung, einem Brückenbauer in Kirche und Gesellschaft.  Im Kontakt mit seinen Mitmenschen lässt er in seinem Reden und Handeln eine tiefe Spiritualität erkennen und spüren. Die Frage nach Gott ist nicht nur ein intellektuelles Anliegen, sondern für ihn als Herz-Jesu-Priester eine Herzensaufgabe. Sein priesterliches Leben schöpft er aus der Tiefe des gelebten Glaubens der römisch- katholischen Kirche. Seine Predigten, Vorträge, Artikel und Publikationen in der digitalen Welt sind lebenspraktisch zugänglich, geschichtlich tiefgründig wie gegenwartsbezogen. Die Wahrheit – die Wirklichkeit Gottes, „die alles, was ist bestimmende und umgreifende Wirklichkeit“ (Kurt Koch) - die bei ihm im Zentrum steht, stößt allerdings auch oft bei manchen Leuten auf taube Ohren. Seine Stellungnahme zu aktuellen Themen gelten zugleich für die einen als provokant und anstößig, aber bei anderen auch als erfrischend, geisterfüllt und wegweisend. Die Verbindung von Vernunft und Glaube, die Einheit von Erkenntnis und Liebe haben für Pater Flammang einen existentiellen Bezug zum Glaubensleben aller Menschen. Dabei will er nicht sein persönliches Denken kanonisieren, sondern den gemeinsamen Glauben der Kirche ins Licht setzen. Neben seinem profunden Denken prägt ihn seit jeher eine tiefe Liebe zur Kirche. Für ihn ist die Kirche der Ort, wo der eine den anderen trägt und jeder vom anderen getragen wird, wie es der große Papst Gregor der Große schon sagte. Die Kirche als Ort des gegenseitigen Helfens und Unterstützung, des Miteinandergehens.  Die Kirche hat eine Wir-Struktur (Joseph Ratzinger). Wahre Synodalität! Das bedeutet nicht, dass der einzelne keine Relevanz hätte – im Gegenteil. Jeder hat sein Charisma zum Aufbau des mystischen Leibes Christi.

Pater Jean-Jacques Flammang stellt sich den zentralen Fragen des Glaubens. Dabei vergisst er nie die gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen, unter denen der Glaube der römisch-katholischen Kirche heute gelebt wird, sich entwickelt und wächst.

Sein Wahlspruch ist auch an uns allen ein Vermächtnis. In dieser nicht einfachen Zeit werden wir von vielen oberflächlichen Worten und Floskeln und von falschen Nachrichten überflutet und manipuliert. Die Worte Jesu durchbrechen vielmehr diese Scheinwirklichkeiten und Lügen und eröffnen dem Leben eine Grundlage und Perspektive für Hoffnung, die die Hoffnungslosigkeit besiegt.

Pater Flammang gilt ein Wort des herzlichen Dankes für die Treue und Geduld dieser 40 Jahre. Während dieser Zeit wurde ihm eine große Verantwortung als Rektor, Provinzialoberer und Dechanten übertragen.  Diese 40 Jahre waren eine Zeit der Umbrüche. In dieser Zeit hat sich vieles geändert! Immer wieder wagte er sich auf das Wort „Du hast Worte des ewigen Lebens“, das niemals täuscht, einzulassen. In der Welt von heute ist es nötig, dass sich der Priester im Leben und Handeln durch ein starkes Zeugnis für das Evangelium auszeichnet. Papst Paul VI. hat zu Recht betont: „Der heutige Mensch hört lieber auf Zeugen als auf Gelehrte, und wenn er auf Gelehrte hört, dann deshalb, weil sie Zeugen sind“. In den 40 Jahren des Weges als Priester, den Pater Flammang gegangen ist, hat sich die Wahrheit seines priesterlichen Wahlspruchs bestätigt. Während Worte der Menschen vergehen, bleiben die Worte Jesu, die „Worte des ewigen Lebens sind“. Dies ist in der Tat Anlass zum Dank, wie der Priester im Zweiten Hochgebet, das bis ins dritte Jahrhundert zurückreicht, betet. „Wir danken Dir, dass wir vor dir stehen und dir dienen dürfen.“

Mit der Eucharistiefeier zum Jubiläum war es auch unser aller Dank, der Dank für das Priestertum, das Christus seiner Kirche geschenkt hat. Die Schönheit des Glaubens kommt gerade zum Ausdruck vor dem lebendigen Gott zu stehen, ihm zu dienen und so der Welt zu dienen. In diesem Dank wird der tiefste Kern des Priestertums ausgedrückt: Dank dafür, Eucharistie feiern zu dürfen, sagen zu dürfen mit Christi eigenem Ich: „Dies ist mein Leib, dies ist mein Blut“.

Mögen „die Worte des ewigen Lebens“ Pater Jean-Jacques Flammang immer tiefer berühren und erfüllen, dass er aus solchem Erfüllt Sein heraus den Menschen das lebendige Wort Gottes bringen kann, denen sie, denen wir alle bedürfen. Der Wahlspruch aus dem Johannesevangelium möchte auch in Erinnerung rufen, dass die Worte Jesu über Jahrhunderte den Menschen Halt gegeben haben. Diese Botschaft gilt als stabile Grundlage in Kirche und Gesellschaft für die Gegenwart und Zukunft.

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