Eine Kirche aus dem Willen des Gottesvolkes
Am 15. Mai 1976 wurde der Grundstein der Heilig-Geist-Kirche in Fetschenhof-Cents gelegt.
Am 15. Mai 1976 wurde der Grundstein der Heilig-Geist-Kirche in Fetschenhof-Cents gelegt. Eine spannende Baugeschichte geht dem Gotteshaus voraus.
Sie gilt nicht nur als ein “wichtiger Markstein in der Geschichte des Kirchenbauwesens der Stadt Luxemburg” (Michel Schmitt) sondern sie ist gemäß einem Wunsch und Bedürfnis der lokalen Bevölkerung heraus entstanden: Die Heilig-Geist-Kirche auf Fetschenhof-Cents, spirituelle Ikone eines sich emanzipierenden Stadtviertels.
Die Initiative des Kirchenbaus geht auf die am 8. November 1968 gegründeten Cuvres paroissiales zurück, die sich im Januar 1969 an die Gemeindeverwaltung richten “pour examiner la question de la construction d’une Eglise à Fetschenhof-Cents”. Förderlich für den Bau einer Kirche ist eine Grundstückschenkung seitens des einzigen weiblichen Gründungsmitglieds der Vereinigung, Frau Anna Meyer-Greivelding.
Von der Notwendigkeit eines Gotteshauses im ständig wachsenden Hauptstadtviertel ist auch Bischof Léon Lommel überzeugt. “La construction de l’église de Fetschenhof-Cents doit étre considéré comme ayant un rang prioritaire par rapport à tout autre projet de construction d’église sur le territoire de la Ville. En effet, le quartier de Fetschenhof-Cents que nous avons décidé d'ériger en paroisse, se trouve pour le moment presque totalement dépourvu de l’équipement pastoral nécessaire. Par ailleurs, le développement dudit quartier est si rapide que les solutions mises en oeuvre grâce à la prévenance de l'Administration communale seront dépassées sous très peu. Comme j'ai pu m’en rendre compte personnellement, la salle de culte installée dans la cave de l’école est d'ores et déjà trop exigué pour accueillir tous les fidéles qui assistent à la messe dominicale”. Der Bischof spricht von der improvisierten und zu kleinen Kultstätte in den Kellerräumen der 1969 errichteten Schule in der rue Gabriel de Marie, wo “ein Straßenspiegel das Altarbild auffängt, um die sonntäglichen Gottesdienste in die Gänge des Gebäudes zu übertragen”.
Eine Kirche im Herzen des Centser Viertels
In den ersten Jahren, nachdem die Notwendigkeit eines eigenständigen Kirchenbaus unumgänglich wird, dominiert die Standortfrage. Während die Oeuvres paroissiales die Kirche im urbanistischen Zentrum des Centser Plateaus ansiedeln möchten — die Vereinigung ist bereit, das Meyersche Grundstück gegen ein im Westen des Stadtviertels gelegenes Grundstück einzutauschen -, hat die Société nationale des habitations à bon marché (S.N.H.B.M.) die Errichtung einer Kirche am nord-östlichen Ende der neuen Cité Frommes vorgesehen. Während sich der hauptstädtische
Schöffenrat — “conformément aux désirs des habitants de ce plateau” - zunächst dafür entscheidet, eine Kirche an ihrem heutigen Standort zu errichten, organisiert die S.N.H.B.M. im Sommer 1970 ein Referendum bei den Einwohnern der Lots 1 und 2 der Cité Frommes. 93 % der Eigentümer in der Cité sprechen sich für eine Kirche innerhalb eines Schulkomplexes aus, wie es die Bebauungspläne der S.N.H.B.M. vorsehen. Zwischenzeitlich erklärt der Stadtarchitekt, daß der ursprünglich von der S.N.H.B.M. angedachte Standort hinsichtlich eines Ausbaus der Cité Frommes und aus finanziellen Gründen — der Erwerb für Grundstücke würde die Gemeindekasse zusätzlich 5 Millionen Franken kosten - beibehalten werden müsse.
Daraufhin richten die Oeuvres paroissiales sich via Umfrage an sämtliche Haushalte des Centser Stadtviertels — und nicht nur an die Einwohner der Cité Frommes wie es die S.N.H.B.M. einige Monate zuvor tut - und erörtern die Standortfrage im Luxemburger Wort. Von den 361 befragten Haushalten auf Fetschenhof-Cents stimmen über 66 % für den von den Oeuvres paroissiales befürworteten Standort der Kirche. Zur Klärung der Grundstückfindung wird ein Rundtischgespräch mit den Oeuvres paroissiales, dem lokalen Interessenverein, dem Bistum, der S.N.H.B.M. und der Gemeindevertreter am 29. Januar 1971 geführt - mit Erfolg. Einen Monat später spricht sich der Schöffenrat definitiv für eine Errichtung der Kirche an der Ecke boulevard Simonis und route de Tréves aus, wohlwissend, daß die Grundstücke im Besitz der S.N.H.B.M. sind. Der Grundstücktausch, mit dem sich die S.N.H.B.M. einverstanden erklärt, beendet ein monatelanges Bangen um den Standort.
“Lichtmauern” des Künstlers Théo Kerg für die “Heilig-Geist-Kirche”
Doch schon dominiert eine nächste Frage : das Fassungsvermögen der Kirche. Für wieviele Gläubige soll das Gotteshaus errichtet werden ? Auch hier scheiden sich die Geister. “Le chiffre de 500 à 600 places avancées par le curé de Grund seront hors de proportion pour une population future de 4.000 habitants environ”, schreibt der Stadtarchitekt. Im März 1971 fällt die Entscheidung, die Zahl der Sitzplätze auf 500 festzulegen. Ab diesem Datum beginnt die Suche nach dem Architekten. Bereits im Januar 1970 hatte der Architekt der Kirche von Cessange Remy Isola seine Dienste der Stadtverwaltung angeboten, aber wegen der nicht geklärten Standortfrage wurde sein Gesuch abgelehnt.
Erst im Oktober 1972 wird ein Architekt für den Bau der Centser Kirche seitens der Stadtverwaltung designiert - Michel Mousel — und am 28. Mai 1973 wird der Sakralbau, welcher den postkonziliären Geist mit einer räumlich-funktionellen Architektur verbinden soll, im Gemeinderat definitiv beschlossen. Am 19. Februar 1974 präsentiert das Architektenduo Mousel & Stein ein mit 28 Millionen angedachtes Vorprojekt zur Errichtung der Kirche, die den Titel “Heilig Geist” tragen soll.
Im Frühjahr 1975 wird der Luxemburger Künstler Théo Kerg von den tuvres paroissiales beauftragt, “artistische Fenster” für den Kirchenbau zu entwerfen. Es sind die ersten Kirchenfenster, welcher der Schüler von Paul Klee in Luxemburg entwirft, nachdem Kerg für sein Mortuarium in Mannheim und andere bedeutende Glaskreationen mit Preisen im Ausland ausgezeichnet wurde. Der rege Schriftverkehr zwischen dem in Paris lebenden Künstler und den Oeuvres paroissiales sowie die unzahligen Arbeitsstunden, die der Künstler im Atelier der Firma Derix in der Nähe von Stuttgart verbringt – “an dem Fenster 'Befreiung aus
Bedrangnis' arbeite ich jetzt jeden Tag in Rottweil” - zeigen, daß das Projekt auf Cents sehr anspruchsvoll sein wird.
Am 15. Mai 1976 wird der Grundstein feierlich durch die damalige Bürgermeisterin Colette Flesch und Bischof Hengen gelegt. “Die sehr starke Teilnahme an der Zeremonie dokumentierte deutlich, wie einig die Bevölkerung hinter dem Projekt steht, das Symbol für die noch junge Gemeinde werden wird”, so das Luxemburger Wort am 18. Mai 1976.
Zum 50. Jubiläum der Grundsteinlegung werden musikalische Orgelpunkte am 16. und 23. Mai gesetzt. Jakob Valder aus Köln wird am Samstag 16. Mai um 18.30 Uhr im Rahmen eines Wortgottesdienstes mit seinem “Lichtertanz” mit den taktilistischen “murs de lumière dialogieren derweil Organist Paul Kayser am Samstag 23. Mai anlässlich der feierlichen Messe zur Kirchweih der Heilig-Geist-Kirche die Chorale Sainte-Cécile Fetschenhof-Cents festlich begleiten wird.
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