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Girsterklaus: Stärkung im Glauben für Ukrainer

Die erste Wallfahrt der ukrainisch-griechisch/katholischen Gemeinde stand im Zeichen von Glauben, Gemeinschaft und Hoffnung.

Rund 50 in Luxemburg und den angrenzenden Regionen lebende Ukrainer, darunter viele Kinder und Mütter, sind am Sonntag der Einladung zur ersten Wallfahrt der ukrainisch-katholischen Gemeinde zum Marienheiligtum von Girsterklaus gefolgt. Für die Teilnehmer, von denen fast alle in den vergangenen Jahren vor dem Krieg aus ihrer Heimat fliehen mussten, wurde der Tag zu einer geistlichen Stärkung und zu einem Zeichen gelebter Gemeinschaft in der Fremde.

Im Mittelpunkt stand die Göttliche Liturgie des byzantinischen Ritus, die der Seelsorger der ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde in Luxemburg, Pater Taras Bordiuk in Konzelebration mit seinem Mitbruder Sergej Holub, in ukrainischer Sprache feierte. Dass die Wallfahrt ausgerechnet auf den luxemburgischen Muttertag fiel, verlieh dem Tag eine besondere Symbolkraft. Die Pilger kamen mit ihren Sorgen, Hoffnungen und Gebeten zur Gottesmutter, die für viele Ukrainer in den schweren Jahren von Krieg und Flucht zu einer wichtigen geistlichen Begleiterin geworden ist.

Für einen besonderen Akzent sorgte der Wallfahrtsrektor, Pastor Luc Schreiner von der Pfarrei „Ënnersauer“, der die Pilger durch den Tag begleitete. Zur ersten ukrainischen Wallfahrt hatte er die Gnadenstatue der Muttergottes von Girsterklaus eigens in die ukrainischen Nationalfarben Gelb und Blau gekleidet. Bereits während des feierlichen Wallfahrtsgottesdienstes erinnerte er daran, dass die Muttergottes von Girsterklaus selbst eine Geschichte der Flucht kannte.

Als die Bevölkerung Luxemburgs im Herbst 1944 vor den Kämpfen des Zweiten Weltkriegs evakuiert wurde, nahmen Bewohner des Ortes die Statue mit sich. Mehrere Monate befand sich die Muttergottes fern ihres Heiligtums, das schon seit dem 14. Jahrhundert existiert, bevor sie nach Kriegsende wieder nach Girsterklaus zurückkehrte. Für viele der anwesenden Ukrainer erhielt diese Erinnerung eine besondere Bedeutung. Die Geschichte der Marienfigur wurde zu einem Symbol für die Erfahrungen von Vertreibung, Heimatverlust und Hoffnung auf Rückkehr.

Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Teilnehmer zu einem gemeinsamen geteilten Mittagessen auf dem Vorplatz der Kirche. Dabei blieb viel Zeit für Gespräche und Begegnungen. Viele der Anwesenden stammen aus unterschiedlichen Regionen der Ukraine und leben heute verstreut in Luxemburg, Deutschland, Belgien oder Frankreich. Die Wallfahrt bot ihnen die seltene Gelegenheit, sich als Glaubensgemeinschaft zu erleben und Kontakte zu pflegen.

Wallfahrt wird zum Zeichen neuer Heimat im Glauben

Am Nachmittag beteten die ukrainischen Pilger gemeinsam mit Mitgliedern der örtlichen Gemeinde, darunter auch eine ältere Dame, deren Bruder im Krieg in der Ukraine gefallen ist, den Rosenkranz in zwei Sprachen. Dadurch wurde sichtbar, wie die Wallfahrt nicht nur die ukrainische Gemeinschaft stärkte, sondern auch Brücken zur einheimischen Kirche schlug.

Den feierlichen Abschluss bildete der Akathistos zur Gottesmutter in ukrainischer Sprache. Dieser aus den ersten Jahrhunderten des Christentums in Konstantinopel stammende Marienhymnus gehört zu den bedeutendsten Gebeten der byzantinischen Tradition und wird besonders in Zeiten der Bedrängnis und des Dankes gesungen. Mit dem eucharistischen Segen und dem Sang der Nationalhymnen endete schließlich die erste ukrainische Wallfahrt nach Girsterklaus.

Viele Teilnehmer äußerten den Wunsch, die Wallfahrt künftig zu einer festen Tradition werden zu lassen. Für die ukrainischen Katholiken war der Tag weit mehr als eine religiöse Veranstaltung. Er wurde zu einem Ort der Erinnerung, des Austauschs und der gegenseitigen Unterstützung und der Hoffnung – und damit zu einem Stück Heimat in einem nicht mehr ganz so fremden Land.

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